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Stadt und Land

Die enge Verbindung der Menschen mit dem Ort, wo ihre Nahrung heranwächst, ist heute erschwert, weil die Menschen in großen Städten zusammenwohnen wollen und in vielen Ländern dazu gezwungen werden. Diese Tendenz nimmt gegenwärtig noch stark zu und gehört zu den größten Problemen unserer Zeit. Die Menschen ziehen unter anderem deshalb in die Städte, weil sie hoffen, dort Arbeitsplätze zu finden. Die Neigung der heutigen Wirtschaft zum Zentralismus ist auch für die Bevölkerungsverteilung fatal. Die Dezentralisierung gehört zu den wichtigsten Anliegen der notwendigen Wirtschaftsreformen. Viele Wirtschaftsbetriebe, auch industrielle, können sehr gut in Dörfern angesiedelt werden. Auch die Kunst gedeiht dezentral ebenso gut wie in der Stadt. Konzerte und Theater können in den Dörfern sehr gut dargeboten werden. Für die Kinder ist es ideal, wenn sie in intakten Dörfern aufwachsen dürfen. Nur die höheren Schulen und die höheren Gerichte und Verwaltungen müssen an zentralen Orten sein.

Rudolf Steiner vertrat schon vor fast hundert Jahren die Auffassung, dass die Stadtwirtschaft den Markt unüberschaubar mache. „Solange der Markt da ist und Dörfer darum herum, so lange bedeutet der Markt, auch wenn er unter dem Prinzip von Angebot und Nachfrage steht, etwas wirtschaftlich viel weniger Schädliches, … als wenn die Stadtwirtschaft dazukommt… Dann haben wir nicht mehr Dörfer, die von selbst ihren Markt regulieren, sondern dann haben wir allen Möglichkeiten Tür und Tor geöffnet, welche bestehen, wenn das Verhältnis zwischen Konsumenten und Produzenten kein klares mehr ist, wenn es sich vermischt. Und das ist der Fall, wenn die Menschen in den Städten zusammenwohnen.“ Die Zentralisierung der Wirtschaft in den Städten würde durch die richtige soziale Dreigliederung nach und nach überwunden.