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Kapitalismus und Sozialismus

Diese beiden Begriffe hält man gern für gegensätzlich, und Viele sagen, der Kapitalismus habe mit der Auflösung der Sowjetunion seine Überlegenheit bewiesen. Trotzdem lebt der Sozialismus weiter, weil auch die „Kapitalisten“ die Eingriffe des Staates in die Wirtschaft für unentbehrlich halten. So vertragen sich die beiden Gegner eigentlich ganz gut miteinander. Die beiden Begriffe sind eben schillernd und ungenau, und gerade deshalb kann man mit ihnen in der Politik kräftig um sich schlagen.

Kapital ist in der Wirtschaft etwas Notwendiges, und es kommt nur darauf an, wie man damit umgeht. Die „Kapitalisten“ behandeln es als Privateigentum und weisen auch die Kapitalgewinne den privaten Eigentümern zu. Erfolgreich ist, wer sich gegen seine Konkurrenz durchsetzt. In diesem System gilt es als normal, dass sich das Kapital in der Hand Weniger akkumuliert und immer schneller vermehrt

Die Sozialisten haben das Gemeinwohl im Auge und wollen, dass auch die Schwachen leben können. Dieses Ziel verfolgen sie auf ganz unterschiedlichen Wegen. Die politisch tätigen Sozialisten sind für mehr oder weniger starke staatliche Eingriffe in die Wirtschaft.

Die Dreigliederung anerkennt das, was in den beiden Richtungen berechtig ist. Das Kapital muss fähigen Persönlichkeiten frei zur Verfügung stehen, so dass ihre individuelle Initiative der Allgemeinheit zugute kommen kann. Diese Verfügung ist aber kein Privatbesitz, sondern an die Fähigkeiten gebunden und dadurch zeitlich befristet. Die Übertragung des Kapitals muss geistigen Überlegungen folgen. Der Gewinn ist ein wichtiger Indikator des unternehmerischen Erfolgs, er ist aber nicht das oberste Ziel der unternehmerischen Tätigkeit. Zuoberst steht in jedem Unternehmen der ideelle Zweck. Jedes Unternehmen muss etwas Sinnvolles produzieren, für das ein echter Bedarf da ist. Diesen ideellen Zweck bestimmt nicht der anonyme Markt, sondern die Menschen formulieren ihn für jedes einzelne Unternehmen selbst.

Das sozialistische Ideal der gerechten Einkommensverteilung ist eine Aufgabe der Wirtschaft und besteht in der gerechten Verteilung des wirtschaftlichen Reinertrags, zuerst in jedem einzelnen Unternehmen und ergänzend in geeigneten Formen der Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen.

Durch die strikte Ablehnung staatlicher Eingriffe in die Wirtschaft scheint die Dreigliederung der neoliberalen Theorie (Österreichische Schule) nahe zu stehen. Aber durch die neue Formulierung des Eigentums an den Produktionsmitteln und ihre Verwaltung durch das Geistesleben unterscheiden sich die beiden Auffassungen fundamental von einander.